MITGLIEDER: MATTHIAS BRÖMMELHAUS
Autobiografieservice
Matthias Brömmelhaus
In den Reben 11
78465 Konstanz
Telefon 07533 998551
www.autobiografieservice.de
Matthias Brömmelhaus, studierter Historiker und Philosoph, arbeitet bereits seit vielen Jahren erfolgreich als Biograf und Ghostwriter. Er gehört zu den erfahrensten Biografen im deutschsprachigen Raum, was die Vielzahl der von ihm realisierten Biografieprojekte eindrucksvoll belegt. Von 2006 bis 2009 war er Vorsitzender der Deutschen biografischen Gesellschaft.
Zehn Fragen an Matthias Brömmelhaus
1. Warum schreiben Sie (Auto-)Biografien?
Schon während des Studiums beschäftigte ich mich intensiv mit der sogenannten „oral history”, also dem
Erfassen mündlich überlieferter Geschichte(n). Bei der Arbeit an meinem Buch „Nach unbekannt verzogen” (1988),
in der ich die Geschichte der jüdischen Gemeinde meines Heimatortes schrieb, wurde mir die Bedeutung privater Biografien erstmals
bewusst. Wie sollten zukünftige Generationen jemals den Schrecken des Holocaust verstehen, wenn die Lebensgeschichten der Opfer
vergessen wären.
Jeder Mensch hat eine Geschichte, die aufgeschrieben werden muss, damit Kinder und Enkel die (große) Geschichte begreifen können.
2. Seit wann schreiben Sie Biografien? Wie viele schon?
Meine ersten Biografien schrieb ich in der zweiten Hälfte der achtziger Jahre. Damals war das Interesse am Bewahren der eigenen Lebensgeschichte aber noch nicht so groß wie heute und ich arbeitet anschließend in anderen Bereichen. 2003 gründete ich den Autobiografieservice in Konstanz am Bodensee. Seitdem habe ich etwa 40 Biografieprojekte realisiert.
3. Was war Ihr bewegendster Moment dabei?
Immer, wenn sich die Erzähler so weit öffnen, dass sie mich an ihren Gefühlen, an Angst, Freude, Liebe und Hoffnung teilhaben lassen. Manchmal erzählen sie mir Dinge, die noch nie zuvor jemand gehört hat.
4. Worüber würden Sie nie schreiben?
Eine inhaltslose Promibiografie, die nur einem Ziel dient: Dem „Autor“ einen Platz in der Skandalpresse zu sichern.
5. Wer ist Ihr liebster Auftraggeber?
Jeder, der erzählen möchte, wie er sein Leben gelebt hat. Für Verwandte, Freunde, Weggenossen. Für sich selbst.
6. Welcher Teil der Arbeit macht am meisten Spaß?
Die Gespräche mit dem Erzähler und der Moment, wenn ich ihm seine Lebensgeschichte als schön gebundenes Buch in die Hand gebe.
7. Wessen Biografie würden Sie am liebsten schreiben?
Die Lebensgeschichte von Huckleberry Finn, weil ich mich seit Kindertagen frage, ob er als alter Mann sein Glück gefunden hat.
8. Freuen Sie sich schon auf Ihre eigene Autobiografie?
Vielleicht suche ich mir in zwanzig, dreißig Jahren einen Biografen und lasse meine Lebensgeschichte schreiben. Schließlich ist ein aufmerksamer Zuhörer der Geburtshelfer der Gedanken. Und außerdem soll die uns nachfolgende Biografengeneration auch ihr Geld verdienen.
9. Welche Autoren oder Bücher haben Sie beeindruckt?
Das hat sich im Laufe des Lebens immer wieder geändert. Die Helden meiner Kindheit etwa hießen Nathaniel Bumppo,
Robinson, Kalle und Eva-Lotta. Sie lebten in Amerika, in Schweden oder gar auf der Hacienda „Die weiße Rose”
in Mexiko.
In der Schule faszinierten mich vor allem Autoren des 20. Jahrhunderts: Von Döblin über Hesse, die Gebrüder Mann
bis Kurt Tucholsky, Anna Seghers und Stefan Zweig. Dazu die Gegenwartsautoren: Böll, Grass, Lenz, Dürrenmatt, Frisch
– ich verschlang alles, was mir in die Hände kam. Vor allem für die Franzosen Sartre und Camus empfand ich eine
Art fanatischer Zuneigung. Und ich las – sehr zum Ärger meines Deutschlehrers – sämtliche Bücher von
Hans Fallada, den ich bis heute für einen bedeutenden Erzähler halte, abseits aller Trivialitätsdebatten.
Als junger Mensch entdeckte ich die großen amerikanischen Autoren: Hemingway, Salinger, Mailer und – ja, auf jeden
Fall auch – Charles Bukowski. Später Wolfe, Roth und natürlich John Updike.
10. Was ist Ihr zweitliebster Beruf?
Reiseschriftsteller. Weil „Weltreisender” alleine ist ja kein Beruf, oder?

