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ERINNERUNGSKULTUR

Warum werden heutzutage so viele Biografien ge­schrieben und gelesen? Wodurch begründet sich dieses Interesse?

Lebendige Zeitzeugenschaft

Von Menschen erlebte und vermittelte Geschichte bildet, denn jede Biografie ist ein Beitrag „wider das Vergessen“. Sie kann soziales und emotionales Lernen ermöglichen und die eigene Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft stärken. Sie

Erinnerungskultur

birgt dadurch Zukunft in sich. Eine geschichtslose Zeit verliert ihre Zukunft.

Persönliche Rückschau

Lebensrückblick ist eine Suche nach Erinnerung und Identität. Der Biograf wird dabei für eine Zeit lang zum Weggefährten, der durch das Dokumentieren der Lebensgeschichte das Eintauchen in die Vergangen­heit unterstützt. Im Alter gewinnen Erinnerungen an Wert. Diese mitzuteilen kann dazu beitragen, die emotionale Reife junger Menschen auszuprägen.

Biografien nahestehender bzw. befreundeter Men­schen sind individuelle Kostbarkeiten und es sind Bücher (bzw. mediale Erzeugnisse), die in beson­derer Weise zielgerichtet verfasst werden. Sie ent­stehen zudem nur in Auflagen entsprechend der Zahl interessierter Angehöriger und Freunde.

„Die Biografie sollte sich einen
großen Vorrang vor der
Geschichte erwerben, indem
sie das Individuum lebendig
darstellt und zugleich das
Jahrhundert, wie auch dieses
lebendig auf jenes einwirkt.“

Johann Wolfgang v. Goethe